Dienstag, 29. November 2022
Meine Mutter hatte erste Gespräche mit dem Ehrenamtlichen aus dem Verein. Ich nenne den Verein jetzt mal Sterbe-Verein, ich weiß nicht, ob man das so nennt, aber ich finde, es passt. Neulich war mein Bruder bei einem Gespräch dabei. Es wird alles ziemlich konkret. Und wenn das nun alles so läuft, dann kann es sein, dass ich in 6 bis 7 Monaten keine Mutter mehr habe.

Und in mir tobt das Chaos, so viele komplexe Gedanken und Gefühle, allein schon durch diese gesamte gestörte Beziehung zu meiner Mutter, und dann auch das. Und vor allem Trauer. Angst, Trauer. Und Wut. Weil es wie das i-Tüpfelchen in meiner Aufarbeitungsgeschichte ist. Weil es ist, als müsse sie dem Fass noch den Boden ausschlagen. Aber vielleicht finde ich danach dann Ruhe, weil nichts mehr kommt.

Wie gesagt. Sehr komplex.

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Sonntag, 20. November 2022
das schönste telefonat, dass ich seit langem mit meiner mutter hatte. ach mama. wie komplex können gefühle und situationen sein.

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Donnerstag, 17. November 2022
Bei den Vorbereitungen für den Audio-Adventskalender für Menschen im Freundeskreis bin ich über diese Version von "The Lark Ascending" gestolpert. Ich liebe dieses Lied, und diese Version mit VOCES8 ist wunderschön.




[Edit] ok warum ich jetzt bei Elektro und Dance der 90er gelandet bin, weiß ich auch nicht so genau, aber ich glaube, ich hab yout*be jetzt leergekuckt. Mal wieder die Erkenntnis: und wenn echt nix mehr geht: die Musik machts. Musik. Musik!

[Edit2] Ok jetzt ist es wirklich leergekuckt. Meister, weißt du noch wie wir damals dieses Lied von Jam & Spoon hörten, Be Angeled, und überlegten, dass es jetzt doch ganz gut wäre in Berlin auf der LP zu sein, aber waren wir in dem Jahr eben nicht, naja. Wann war das? 2000? 2001? Und du hast völlig recht: ich muss echt noch viel mehr tanzen in meinem Leben. Danke fürs erinnern. Ich denk an dich.







Dienstag, 15. November 2022
Meine Mutter ist wieder Corona positiv, diesmal mit Symptomen. Sie fühlt sich auch nicht fit genug, um zum Testzentrum in die Stadt zu fahren. Sie wohnt auf dem Land, ein Pflegedienst hatte ihr den Schnelltest mitgebracht. Richtig dreckig geht es auch meinem Bruder. Er ist gerade auf Dienstreise in Japan, dort hat es ihn umgebügelt. Die Frau meines Bruders hat bisher nur Halsschmerzen. Vermutlich haben sich alle 3 irgendwie gegenseitig angesteckt, am Samstag haben sie sich gesehen. Oder vom Arzt: unabhängig voneinander waren meine Mutter und die Frau meines Bruders am Donnerstag beim selben Arzt. Der trägt seine OP-Maske sehr gerne unter der Nase und findet Impfungen auch nur so semi sinnvoll. Meine Mutter kriegt mit ihrem COPD unter der FFP2 keine Luft und nimmt die dort immer runter. Und die Frau meines Bruders.. Ach egal.

Wie toll trifft es sich da, dass in Bayern (und BaWü) ab morgen keine Isolationspflicht mehr gilt?

Das C-Wort ~ ... link (3 Kommentare)   ... comment





Montag, 7. November 2022
Gesehen - Filmtage Online
Die Doku Leva tills jag dör - Live till I die. Über eine ganz besondere Aktionsmanagerin in einem Seniorenheim und ihre ganz besondere Beziehung zu einer fast 100-jährigen Bewohnerin. Wie schön wäre es, wenn man wüsste, dass das eigene Lebensende so aussieht. In so einer Einrichtung wäre ich später auch gerne. Mit einer Monica. Eigentlich auch jetzt, nur mit etwa Gleichaltrigen.

Die Kurz-Doku Stille Wasser gibt einen Einblick in das Leben im Ahrtal, ein halbes Jahr nach der Hochwasserkatastrophe. Erschüttert, macht betroffen, und wütend.

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Der Spielfilm "Stumm vor Schreck" ist komplett improvisiert. Paardings. Beklemmend. Hm joa. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

Für mich eine der stärkeren Dokus: Lasikatto. Die gläserne Decke. Ich kenne die Gläserne Decke sehr gut. Sie auch? Sie ist der Hauptantrieb für meinen Richtungswechsel. Der Film war mir inhaltlich nicht komplett neu. Trotzdem macht es mich wütend , weckt meinen Kampfgeist und bestätigt mich in meinem Tun. Oft wünsche ich mir, wir Frauen wären solidarischer untereinander. Wenigstens wir Frauen. Natürlich wünsche ich mir unter allen Menschen Solidarität.

Ein krönender Abschluss: ich kann sehr gut nachvollziehen, warum die Doku "Schattenkind - Andreas Reiner - Bilder des anderen Lebens" über den Fotografen Andreas Reiner den Granitpreis gewonnen hat. Tolle Bilder über einen tollen Menschen, der tolle Bilder von tollen Menschen macht.

Tschüss, Hofer Filmtage. Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Aus dem Leben ~ ... link (0 Kommentare)   ... comment



In der Klinik lernte ich eine junge Frau kenne, meine Zimmergenossin, Arsch auf Eimer, Herz und Seele. Sie reist gerade auf unbestimmte Zeit nach Asien und sitzt in Doha zum Umsteigen. Heute Nachmittag hatte ich ihr noch ausführlich liebe Wünsche für die Reise gesendet.

Völlig unabhängig davon wälze ich mich nun, seit ich vor über einer Stunde ins Bett bin, hin und her, zerfressen von Selbstzweifeln, was mich in Freundschaften angeht. Oft habe ich den Eindruck, mit mir kann man quatschen und Ballast abwerfen, aber Dinge unternehmen, oder mich mal besuchen.. irgendwie will das keiner, oder sehr selten. Und ich frage mich, was da mit mir nicht stimmt, ob ich vielleicht ausstrahle, dass ich nichts unternehmen will, auch wenn ich danach frage, oder ist das vielleicht so unangenehm mit mir. Ist auch nicht so, dass die nix unternehmen wollen. Sie erzählen mir dann, mit wem sie was wie tolles unternommen haben oder werden oder in den Urlaub fahren werden. Ich fühle mich immer wie die letzte beim Völkerball (nennt man das heute noch so? ich kenne keine andere Bezeichnung, will aber niemanden offenden). Mich belastet das sehr und ich überlege, ob ich die Menschen einfach mal direkt frage, befürchte aber, dass sie meine Wahrnehmung anzweifeln und/oder nicht ehrlich antworten. Das Thema ist so drängend und wiederkehrend, dass es auch einer der Hauptgründe für den Klinikaufenthalt war. Ich schaffe es nicht, mir hier vor Ort enge Bindungen aufzubauen, oder die, die es gab, sind weggezogen, oder verkracht (wie I.). Jetzt habe ich hier schon noch ein paar Menschen, aber... naja nach einem heutigen Treffen fühlte ich mich leer und einsamer als vorher. Das machte mich nachdenklich.

Und während ich da so liege und auf diesem Thema rumkaue, meldet sich eben die junge Frau aus Doha und schreibt unter anderem, als hätte sie es gerochen, denn ich habe in keiner Silbe irgend etwas über mich selbst geschrieben, dass ich keine Selbstzweifel haben soll, dass sie so dankbar ist mich kennengelernt zu haben, und ich ein wundervoller Mensch für sie bin.

Das tut so unglaublich gut.

Und vielleicht sollte ich endlich zu einem der "Anonyme <...>"-Treffen gehen.

Seelenheil ~ ... link (4 Kommentare)   ... comment